Synopsis: In die Jahre gekommen, aber noch lange nicht beim alten Eisen. Der 2003er Sprinter eine Frischzellenkur und das Rudel lernt neue Tricks.
Einschusslöcher, auf einem Auge blind, tiefe Strahlenwunden an beiden Schultern und Blut. So viel Blut. Verbündete leisten seinem Wunsch folge und legen ihn vor dem verlassenen Außenposten ab. Eine schier endlos scheinende Zeit verstreicht. Die Augen werden schwer. Schließen sich. Der Fremde liegt im Koma.
Auf ein Auto umgeschrieben liest es sich nicht weniger tragisch:
Hunderte Einschlagstellen von Kieselsteinen, ein trüber Scheinwerfer, durchgerostete Seitentüren und Rost. Überall Rost. Ein Transportunternehmen lieferte ihn auf einem Anhänger vor der Werkstatt ab. Nach Wochen des Herumstehens und einigen wachen Momenten, gab dann doch die Starterbatterie den Geist auf.
Aber es wäre keine Heldengeschichte, wenn sie hier enden würde. Das Herz schlägt noch und der Lebenswille ist ungebrochen. Ich vermute Gene von John McClane in diesem Fahrzeug, denn eigentlich sind alles nur Fleischwunden, die sich mit etwas Verbandsmaterial und Aspirin behandeln lassen.

Technisch ist der Sprinter in einem hervorragenden Zustand und hat für ein hohes Alter (BJ 2003) gerade mal 200.000 km auf dem Kerbholz. Wer Sprinter kennt weiß, dass die Dinger zwei große Konstruktionsschwächen haben:
- Billige Blechverarbeitung und damit rostanfällig
- Und: Das Fehlen einer siebten Stelle am Kilometerzähler 😉
OK. Wir haben selbst keine Ahnung von Fahrzeugen und die handwerklichen Tätigkeiten beschränkten sich bisher auf den heimischen Basteltisch. Glücklicherweise gibt es Freunde die beruflich mit einer ganzen Sprinterflotte zu tun haben Aus Erfahrung wissen sie, wie zäh die Dinger sind. Und alles Handwerkliche kann man lernen. Mit dieser Einstellung sind wir an die ganze Sache heranegangen.
Unser Sprinter verrichtete vorher seinen Dienst als Transportfahrzeug für einen kleinen Tischlerbetrieb. Das Erste, was der Vorbesitzer tat war, die nackten Bleche im Laderaum mit Holz zu verkleiden und Regale einzubauen. Damit war wurde das Innere über die Jahre hin hervorragend vor Schäden geschützt. Zudem beschränkten sich die Fahrten auf den näheren Umkreis, was zum relativ geringen Kilometerstand führte.
Dem gegenüber Stand das Äußere. Grob geschätzt zwei Jahre zuvor muss der Sprinter wilde Ausritte auf Schotterstraßen unternommen haben. Mit über 70 Sachen. Hinter anderen her. Die gesamte Front und die unteren Seiten sind übersät mit kleinen Steinschlägen. Aus fast allen davon blutete Rost. Aber wie die Akne in der Pubertät, vergeht auch dieser Ausschlag mit etwas Zuwendung.
Wir haben alle Roststellen bis auf das Blech abgeschliffen um zu sehen wie weit das Rostnest darunter aufblüht. In vielen Fällen war es nur punktuell und oberflächlich. Dementsprechend mit kurzem Ansetzen von Flex oder Schleifer erledigt.
Aber an anderen Stellen offenbarten sich wahre Krebsgeschwüre, an denen nur noch Ausschneiden, Einschweißen und Spachteln möglich war. So vor allem an den Vordertüren und den vorderen Radkästen.
Allein die Motorhaube war mit hunderten Steinschlägen übersäht. Hier haben wir uns allerdings dazu entschlossen eine Ersatzhaube zu beschaffen.
Das nackte Blech an den angeschliffenen Stellen haben wir danach wieder mit Grundierung versehen um es bis auf Weiteres (bis wir uns darauf geeinigt haben wie wir ihn denn nun kleiden wollen) vor weiterem Rosten zu schützen. Alles in allem kann er sich mittlerweile schon sehen lassen.
Eine detaillierte Beschreibung der Arbeitschritte gibt’s im technischen Begleitpost: “Ab mit seinem Rost – Handyman’s Edit“
Da steht er nun un wartet auf seine Überprüfung. Wenn wir uns nicht allzu ungeschickt angestellt haben, darf er seine Reifen schon bald wieder an die Straßen schmiegen.
Stay tuned.
Coming up on “Into Advanture”:
Grund zu Schock oder Freude? Was hält die Prüfstelle von unserem Sprinter?
Ein großer Sprinter kann auch einiges tragen: Ein Dachträgersystem muss her
Und: Grund zu Schock oder Freude, die Zweite: Die ersten Kabel für die Wohnraumenergie werden verlegt.











